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Ameisen - better together

Ein „prrrrruit“, gepaart mit einer hüpfenden Katze, verrät mir, dass sich wieder jemand aus der Reihe gewagt hat. Wie in einem, mit spannender Musik unterlegten, Filmchen, versucht das kleine Geschöpf die anderen zu erreichen. Als sie es fast geschafft hat, kommt eine große Katzennase auf sie zu.

Keine Angst, mehr passiert nicht. Meine Katze, Snäcka, hat absolut keine Tendenzen kleine Lebewesen zu fressen.

Jagen und spielen - JA. Verspeisen - NEIN.

Ihr kürzlich verstorbener Bruder, Snurre, konnte überhaupt stundenlang beobachten, bevor er nur überlegt hat, sich auf etwas Lebendiges hinzubewegen. Aber um meine Katzen geht es ja eigentlich nicht, es geht um die kleinen Krabbelfreunde, mit denen ich zurzeit Koexistiere – Ameisen.

Alle Umzugsversuche haben bis jetzt nicht funktioniert und da sie nun, nach einer längeren Standpauke meinerseits, den unsichtbaren Weg hinter einer Leiste direkt in meinen Mistkübel und wieder zurück gewählt haben, kommen wir eigentlich ganz gut miteinander aus.

Ameisen sind ja wichtige Tierchen, die gerade durch ihre gemeinsame Arbeitsweise herausstechen. Aus diesem Grund nehme ich dieses „gemeinsame Tun“ auch immer als Thema für meine Ameisen-Kurse. Ich gebe den Kindern zum Beispiel paarweise nur eine Lupe, um die kleinen Tiere zu beobachten und zu erkunden. Das stellt die Kinder vor große Herausforderungen. Aber auch, wenn es im kreativen Teil darum geht, gemeinsam ein Bild zu malen, gibt es unterschiedliche Reaktionen.

Da gibt es:

  • die Einfühlsamen, die wirklich gerne gemeinsam arbeiten und auch auf das Gegenüber achten
  • die Trotzigen, die bei jedem Strich in die eigene Zeichnung aufschreien 
  • die, die zuvor noch durch ihre Ungeduld aufgefallen sind und dann plötzlich durch große Rücksichtnahme glänzen
  • und dann gibt es noch die, die gar nicht mehr aufhören wollen.

Etwas gemeinsam zu machen ist schwierig, aber man lernt auch ganz viel. Außerdem macht es Spaß und bleibt den Kindern im Gedächtnis. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es ihnen sogar das nächste Mal, wenn sie eine Ameise sehen, wieder einfällt. Noch besser wäre es, wenn es sie dazu animiert, sich noch mehr über diese Tiere zu informieren. Sie sind ja auch faszinierend. Es gibt Ameisenarten die bis zu 7 cm groß werden können und eine Art kann sogar tauchen. Aber sie sind auch für andere Tiere und das gesamte Ökosystem wichtig, u.a. für die Honigherstellung, da sie Blattläuse kultivieren, die Honigtau produzieren, was wiederum auch den Bienen zugute kommt.  

Auch ich ertappe mich gerade dabei, wie ich gemeinsam mit Snäcka gebannt auf die Krabbler schaue und mitfiebere, ob die kleine Ameise wieder ihren Platz in der Reihe findet.